Klassifizierung
Im Para Sport treten Athlet*innen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen an, die in verschiedene Startklassen eingeteilt werden, das nennt man Klassifizierung. Die Klassifizierung folgt den Richtlinien des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) und internationaler Sportverbände mit dem Ziel, gerechte Wettkampfbedingungen und spannende Leistungsvergleiche zu ermöglichen. Klassifiziert wird nach dem Ausmaß der Beeinträchtigung in der jeweiligen Sportart. Nicht die Beeinträchtigung soll über Sieg oder Niederlage im Para Sport entscheiden, sondern die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Sportler*innen, die antrainierte Fitness, Kraft und Ausdauer sowie taktisches Geschick und mentale Stärke.
Neugierig? Schau oben unseres Erklärvideo ´Klassifizierung im Para Sport´ und lerne weiter mit dem E-Learning „Klassifizierung im Para Sport“.
Eine Einführung in die Startklassen des Para Sports bietet der Bereich „Weitere Infos“: Dort findet sich die Website von LEXI, die jetzt auch auf Deutsch verfügbar ist. LEXI ist ein visuelles Erklärsystem für die Klassifizierung im Para Sport: Es nutzt einfache Symbole und Farbcodierungen, um zu veranschaulichen, in welche möglichen Startklassen Athlet*innen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen klassifiziert werden könnten. In erster Linie ist LEXI dafür gedacht, Zuschauer*innen, neue Athlet*innen oder Interessierte schnell und verständlich an das Thema Para Sport heranzuführen – damit grundlegende Fragen wie „Warum startet der Athlet mit einem Arm gegen den mit einem Bein?“ leicht beantwortet werden können. Gleichzeitig gilt: LEXI ersetzt keine offizielle Klassifizierung. Es ist weder ein Instrument zur Überprüfung oder Anfechtung einer persönlichen Klassifizierung noch kann es die komplexen fachlichen Prozesse der Klassifizierung vollständig abbilden. Die offizielle Klassifizierung bleibt ausschließlich qualifizierten Klassifizierer*innen vorbehalten. LEXI bietet jedoch einen niedrigschwelligen Zugang zum Verständnis der Klassifizierung im Para Sport.
Es gibt zehn Arten von Beeinträchtigungen im Paralympischen Sport. Nicht jede*r Sportler*in mit Behinderung erfüllt die Kriterien für internationale Wettkämpfe, jedoch können nationale Voraussetzungen abweichen, sodass in einigen Sportarten auf nationaler Ebene auch Athlet*innen ohne die vom Internationalen Paralympischen Komitee festgelegten Beeinträchtigungen teilnehmen können.
10 Klassifizierbare Beeinträchtigungen im Para Sport:
Die Klassifizierung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: Einreichen von medizinischen Unterlagen, Untersuchung der Beeinträchtigungen und individuellen Bewegungsmöglichkeiten sowie sportartspezifische Tests. Diese Daten bilden die Basis für die Startklassenzuordnung, die nicht immer dauerhaft gilt. Bei Veränderungen der Diagnose, des Ausmaßes der Beeinträchtigung oder neuen Regularien erfolgt eine Neu-Klassifizierung. Die Klassifizierung wird von ausgebildeten Personen mit Vorkenntnissen aus Medizin oder Sport, den Klassifizierer*innen, durchgeführt.
Für die Teilnahme an Wettkämpfe auf nationaler Ebene, wie z.B. eine Deutsche Meisterschaft, wird eine nationale Klassifizierung benötigt. Für die Teilnahme auf internationale Ebene eine internationale Klassifizierung.
Das Para Sport Klassifizierungssystem, komplex und für Außenstehende nicht immer nachvollziehbar, basiert auf langjähriger Erfahrung und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Es wird stetig weiterentwickelt, um einen gerechten Wettkampf zu gewährleisten. Für den Erfolg ist jedoch weniger die Klassifizierung entscheidend als vielmehr die persönliche Leistung der Athlet*innen selbst.