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Zur Situation von Menschen mit Behinderung
In Deutschland lebten nach der aktuellsten amtlichen Erhebung des Statistischen Bundesamtes Ende 2025 gut 7,8 Millionen Menschen mit einer amtlich festgestellten Schwerbehinderung (Grad der Behinderung ≥ 50); dies entspricht rund 9,4 % der Gesamtbevölkerung (Destatis, 2026). Eine Behinderung im Sinne des Sozialgesetzbuchs IX liegt vor, wenn körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen über einen längeren Zeitraum bestehen und in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe behindern können. Diese Definition folgt dem bio-psycho-sozialen Modell, das Behinderung nicht als reines Individualmerkmal, sondern als Ergebnis des Zusammenwirkens von Person und Umwelt begreift und die Bedeutung barrierefreier Struktur- und Fördersysteme – auch im Sport – unterstreicht.
Die gesellschaftliche Teilhabe schwerbehinderter Menschen ist in Deutschland strukturell erschwert: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit lag die Erwerbstätigenquote schwerbehinderter Menschen 2024 bei 50,9 %, während sie in der Gesamtbevölkerung 77,2 % betrug; die Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen war 2025 mit 12,0 % deutlich höher als im Bevölkerungsdurchschnitt (7,6 %) (Bundesagentur für Arbeit, 2025). Diese Diskrepanz begründet die gesellschaftspolitische Bedeutung von Sport- und Fördersystemen als ergänzende Teilhabe- und Kompetenzräume.
Rechtlich verankert ist dieser Auftrag in der UN-Behindertenrechtskonvention, die für Deutschland seit dem 26. März 2009 verbindlich ist (Bundesregierung, o. J.). Ihr Artikel 30 verpflichtet die Vertragsstaaten ausdrücklich dazu, Menschen mit Behinderungen die gleichberechtigte Teilnahme an Erholung, Freizeit, Sport und Spiel zu ermöglichen und ihre Teilnahme an allgemeinen wie behindertenspezifischen sportlichen Aktivitäten aktiv zu fördern (Bundesregierung, o. J., Art. 30). Mit rund 86.000 Sportvereinen und 29,3 Millionen Mitgliedschaften (Stand 1. Januar 2025) verfügt der organisierte Sport in Deutschland grundsätzlich über eine breite Infrastruktur (DOSB, 2025); nach eigenen Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes hält bereits
die Mehrheit der Mitgliedsorganisationen entsprechende Angebote für Menschen mit Behinderung bereit, eine flächendeckende, quantifizierte Erfassung des para- und inklusionssportlichen Angebots liegt jedoch nicht vor (DOSB, 2022).