Para
Radsport
Para Radsport bietet aufgrund der unterschiedlichen Fahrradtypen Menschen mit fast allen Beeinträchtigungen die Möglichkeit zur Sportausübung. Es gibt Zwei- und Dreiräder, Handbikes sowie Tandems. Einzige Voraussetzung ist, dass Sportler*innen entweder die oberen oder unteren Extremitäten aktiv bewegen können. Athlet*innen mit körperlichen Beeinträchtigungen fahren in der Regel mit dem Handbike oder mit Zweirädern, bei Amputationen wird mit speziellen Arm- oder Beinprothesen eine Verbindung zum Rad hergestellt. Sportler*innen mit cerebralen Bewegungsstörungen und Problemen mit dem Gleichgewicht üben die Sportart häufig auf Dreirädern aus. Darüber hinaus sind sehbehinderte bzw. blinde Menschen mit sehenden Pilot*innen auf einem Tandem unterwegs.
Im Para Radsport unterscheidet man zwischen den Wettkämpfen auf der Bahn und auf der Straße. Die Straßenrennen untergliedern sich in Einzelzeitfahren, Straßenrennen und Team Relay. Auf der Bahn gibt es verschiedene Disziplinen, von denen jedoch nicht alle zum paralympischen Wettkampfprogramm gehören: Verfolgung, Zeitfahren, Sprint, das Scratch-Rennen sowie das Omnium, eine Gesamtwertung aller Bahndisziplinen. Die Wettkämpfe auf dem Zwei- und Dreirad sowie mit dem Handbike werden je nach Ausprägung der Behinderung in weitere Startklassen unterteilt, um möglichst vergleichbare Wettkämpfe herzustellen.
Der Radsport bietet über die paralympischen Varianten hinaus vielfältige Ausübungsmöglichkeiten. Aufgrund unterschiedlicher Fahrradtypen kann der Sport mit nahezu jeder Behinderungsart ausgeübt werden. Voraussetzung ist, dass Sportler*innen entweder die oberen oder unteren Extremitäten aktiv bewegen können. Einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten bietet das Handbuch Behindertensport. Das Handbuch soll aufzeigen, wie verschiedene Sportarten von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen ausgeübt werden können und welche Anpassungen bzw. praktischen Hilfsmittel dafür benötigt werden. Hier gibt es alle Informationen zu Para Radsport im Handbuch Behindertensport.
Häufige Fragen rund um den Para Radsport
- 1. Welche Arten von Fahrrädern gibt es im Para Radsport?
Der Para Radsport bietet für fast jede*n das passende Rad! Die Vielfalt ist riesig: Es gibt klassische Zweiräder (für Sportler*innen mit Prothesen), Handbikes (Antrieb mit den Armen), Dreiräder (für mehr Stabilität) und Tandems (für blinde/sehbehinderte Sportler*innen). Hier findest Du garantiert Dein perfektes Gefährt!
- 2. Was ist ein Handbike und für wen ist es geeignet?
Ein Handbike ist ein fantastisches Sportgerät, das Du mit Deinen Armen antreibst! Die Pedale werden durch Handkurbeln ersetzt. Es ist optimal geeignet für Menschen mit einer Querschnittslähmung, Amputationen an den Beinen oder anderen Einschränkungen der Beinfunktion. Es gibt sie als Adaptivbikes für den Rollstuhl oder als eigenständige Liegebikes.
- 3. Kann ich mit einer Sehbehinderung an Para Radrennen teilnehmen?
Ja, das geht im Team! Als sehbehinderte*r oder blinde*r Sportler*in fährst Du auf einem Tandem. Vorne sitzt ein*e sehende*r Pilot*in, der/die lenkt, während Du hinten als »Stoker« sitzt und gemeinsam mit dem/der Pilot*in für vollen Vortrieb sorgst. Es ist pures Teamwork bei Höchstgeschwindigkeit!
- 4. Gibt es beim Para Radsport auch Dreiräder für Erwachsene?
Ja, die gibt es! Ein dreirädriges Rad (Trike) bietet sich an, wenn Du aufgrund von Lähmungen, einer Zerebralparese oder Störungen der Bewegungskoordination Schwierigkeiten mit der Balance auf einem Zweirad hast. Es gibt Dir die nötige Stabilität, um sicher und mit viel Spaß unterwegs zu sein.
- 5. Ich habe eine Prothese. Brauche ich beim Para Radsport zusätzliche Ausrüstung?
Nein, in den meisten Fällen ist das nicht nötig! Für den Anfang reicht oft schon Deine Alltagsprothese. Um die Verbindung zum Pedal zu optimieren, können Klickpedale montiert werden, die sich direkt mit einer funktionellen Fußplatte an der Prothese verbinden.
- 6. Worauf muss ich mit Handbikes oder Liegerädern im Straßenverkehr besonders achten?
Sicherheit geht vor! Gerade bei niedrigen Fahrzeugen wie Handbikes oder Liegedreirädern ist es wichtig, gut gesehen zu werden. Benutze deshalb immer Blinklichter und einen hohen Wimpel (eine Fahne), damit andere Verkehrsteilnehmer*innen Dich frühzeitig erkennen.
- 7. Wo finde ich eine Para Radsportgruppe oder einen Verein in meiner Nähe?
Deine nächste Tour kann bald starten! Der direkteste Weg führt über den Button »Finde deinen Kontakt!« hier auf dieser Webseite. Dort findest Du die richtigen Ansprechpartner*innen und kannst auch nach Vereinen in Deinem Bundesland suchen. Für allgemeine Fragen stehen Dir auch der Deutsche Behindertensportverband (DBS) und seine Landesverbände zur Verfügung.
- 8. Muss ich mir für den Para Radsport direkt ein spezielles Rad kaufen?
Nicht unbedingt. Viele Vereine oder Reha-Zentren haben Leih-Räder, insbesondere Handbikes, die Du für den Anfang ausprobieren kannst. Frag einfach bei einem Verein in Deiner Nähe nach, ob sie Schnupper-Angebote haben, bevor Du eine große Investition tätigst.
- 9. Welche Muskelgruppen trainiere ich beim Handbike-Fahren?
Beim Handbike-Fahren stärkst Du Deinen gesamten Oberkörper! Du trainierst intensiv Deine Arm-, Schulter-, Rücken- und Brustmuskulatur. Es ist ein fantastisches Ausdauertraining, das Dich fit macht und Dir ein Gefühl von Geschwindigkeit und Freiheit gibt.