Piktogramm_Para_Leichtathletik

5.3 | Bewegungstechniken in den Disziplinblöcken

Die Leichtathletik beinhalten eine Vielzahl von Disziplinen mit z. T. ganz unterschiedlichen Bewegungsabläufen, so dass man von mehreren Sportarten in einer sprechen kann. Toni Nett, Nestor der Lehre der Leichtathletik (1964), unterschied elf ganz unterschiedliche sportmotorische bzw. Wettkampf-Anforderungen. Diese Vielfalt wird in der Para Leichtathletik durch den Einsatz besonderer Wettkampfgeräte zusätzlich bereichert, doch werden auch einzelne Disziplinen der olympischen Leichtathletik (Hürden-, Hindernislauf, Gehen, Stabhochsprung, Hammerwurf) in der Para Leichtathletik nicht wettkampfmäßig ausgetragen. Nachfolgend werden die zentralen Bewegungstechniken der Para Leichtathletik beschrieben und visualisiert. Dabei wird immer nach einem einheitlichen Schema vorgegangen:

  • Beschreibung der Technik
  • Methodische Hinweise zum Technikerwerb bzw. -verbesserung
  • Besonderheiten einzelner Startgruppen
  • Katalog mit spezifischem Übungsgut für die Technikentwicklung

Im englisch-sprachigen Raum gliedert man die Leichtathletik in Track- (T), also Laufbahn- und Field- (F), also technische Disziplinen, worauf sich die Abkürzungen der Startklassen beziehen, z. B. T11 oder F56. Im Feld finden die sogenannten „azyklischen“ Disziplinen statt, bei denen die Bewegungswissenschaft die zentralen Bewegungsabläufe in Vorbereitungs-, Haupt- und Endphase unterscheidet. Auf der Bahn finden die „zyklischen“ Bewegungen, wie Sprint, Lauf, Rollstuhlanschub, statt, bei denen Vorbereitungs- und Endphase zur Zwischenphase verschmelzen (Meinel & Schnabel, 2008). Beim Lauf- bzw. Sprintschritt wird die Stütz- als Hauptphase und die Schwung- als Zwischenphase definiert. Da die beiden Beine bzw. Körperhälften Schwung- und Stützphasen nacheinander und komplementär zueinander ausführen, ist erst nach einem Doppelschritt eine Bewegungszyklus vollendet. Ähnliches gilt für das Frame Running, bei dem der Oberkörper in einen Rahmen (Frame) stabilisiert wird. Beim Rollstuhlfahren bilden die Greif-Schub-Streck- (=Hauptphase) und Wieder-Vorhol-Bewegung der Arme am Greifreifen (=Zwischenphase) das zentrale Bewegungselement. Da hier die Arme parallel und synchron arbeiten, endet die Bewegungseinheit schon mit dem einmaligen Durchlauf. Die zyklischen Disziplinen sind allesamt dadurch gekennzeichnet, dass vorgegebene Strecken in kürzest möglicher Zeit durchlaufen werden. Je nach Streckenlänge sind unterschiedliche Energieträger bzw. Stoffwechselprozesse für den Vortrieb entscheidend, die energiereichen Phosphate, der anaerobe, der aerobe Glukose- oder der Fettstoffwechsel (s. u., Kap. 6).

Videos zur Sportart

Abb. 5.70 | Steigsprünge über Hürden und an Höhenorientierer
Abb. 5.83 | Sprunglauf, links betont höher als rechts
Abb. 5.79-81 | Verschiedene Steigesprungserien
Abb. 5.71-75 | Take-Offs und Schrittsprünge
Abb. 6.70-81 | Sprungläufe und Einbeinsprünge
Abb. 6.76-82 | Hürdensprünge und andere Sprungformen
Abb. 6.28, 74, 75, 84 | Sprungformen mit und ohne Kasten
Abb. 6.83 | Sprungläufe und Sprünge an der Treppe
Abb. 6.114 | Beweglichkeitsprogramm für die Beinmuskulatur (Markus Rehm)
Kap. 5.3.5.2 | Weitsprung - Methodik
Bildreihe 1
Bildreihe 2
Bildreihe 3
Bildreihe 5
Bildreihe 6
Bildreihe 8
Bildreihe 10
Bildreihe 11
Bildreihe 12
Bildreihe 13